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Vor 6 Jahren bin ich durch Zufall zum Perlenmachen gekommen. Im Jahr davor fing ich an, mich mit dem europäischen
Mittelalter (850 - 1100 n. Chr.) zu beschäftigen und versuchte seitdem, diese Zeit möglichst authentisch nachzuerleben. Also
flugs Klamotten genäht, Schuhe gebastelt, Waffen besorgt und ein Zelt mußte auch noch her. Die Gruppe, der ich mich seinerzeit
anschloß, verlangte von ihren Mitgliedern allerdings die Ausübung eines "Wikingerhandwerks". Ich habe dann erst mal alles
Mögliche ausprobiert:
Lederarbeiten, Specksteinschnitzen, Brettchenweben, Rüstungsherstellung, Holzschnitzen und so weiter... | |||||||||
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Als "richtiger" Wikinger braucht man natürlich auch Schmuck: Bronze- oder Silberschmuck
(je nach Vermögenslage) und Glasperlen. Die auf Mittelaltermärkten angebotenen Glasperlen haben mich sofort fasziniert und
ich fing an, mich hier und da mit Perlen einzudecken. Leider hatte ich von Perlen noch überhaupt keine Ahnung und kaufte nur
nach der Optik. So kam was kommen mußte und ich lief irgendwann mit einer Kette aus indischen Federperlen, venezianischen
Rocailleperlen aus dem 15.Jhd. und tschechischer Industrieware herum - alles hübsche Perlen, aber leider überhaupt nicht
authentisch. Solche Kombinationen kann man auf jedem Mittelalterevent an Leuten bewundern, die bis ins Letzte authentisch sein wollen!
Nach mehreren vergeblichen Versuchen "richtige" Perlen zu kaufen, fing ich also gezwungenermaßen an, die Dinge selber zu machen.
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In einem Tiffany-Laden besorgte ich mir Glas und im Baumarkt eine Gaslötlampe und bald waren die ersten
Stücke fertig. Ich stellte allerdings ziemlich schnell fest, daß man Unmengen von Gaskartuschen verbraucht. Bald darauf habe
ich mir einen Brenner zum Hartlöten und eine Gasflasche angeschafft. Heute arbeite ich mit einer Glasbläserlampe von Nortel
und einem Gas-Sauerstoffgemisch. Nachfolgend für interessierte eine kleine Tabelle der Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme:
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Fazit: Die Gaslötlampe kann ich nur für den Anfang empfehlen, sobald man häufiger und mehr Perlen
macht, sollte man sich für eine größere Gasflasche entscheiden. Das System mit Gas und sauerstoff liefert auf jeden
Fall die besten Ergebnisse, ist aber sowohl in der Anschaffung als auch bei den Folgekosten das teuerste - insbesondere durch den
enorm hohen Verbrauch von Sauerstoff.
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Eine weitere Möglichkeit Glasperlen zu machen ist die Herstellung im Kohlenfeuer. Dies ist auch die einzige
Methode, will man wirklich "echt" aussehende Wikingerperlen machen. Man braucht auf jeden Fall einen, besser zwei Blasebälge um
entsprechend hohe Temperaturen im Holzkohlefeuer zu erreichen. Das kann man übrigens zu jeder Jahreszeit machen, man kommt dabei
garantiert nicht ins Frieren!
Die Methode mit dem Kohlefeuer kann ich leider nur auf entsprechenden Veranstaltungen zeigen, da meine Nachbarn es nicht sehr lustig finden wenn ich sowas auf meiner Terasse mache. | |||||||||
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